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Tafeln voller Hoffnungen

2016

Zweiteilig, Masse variabel
7 Bleche (Aluminium je 90.5 x 128 cm, 2 mm), Speziallack,Holz

7 Tafeln wurden für ein halbes Jahr unter dem Titel "Das Gerücht oder das Fehlen visueller Reize" im öffentlichen Raum gezeigt.

Die ‹interaktive› Installation war durch Einwirkung der Besucher veränderbar und beschäftigt sich mit den Themen Zeit, Vergänglichkeit, Glück und Hoffnung.

Täglich frequentieren rund 135’000 Passagieren den Bahnhof Stadelhofen.
Unzählige Pendler hasten zur Arbeit in die Stadt, viele von ihnen nehmen den Weg über den Hofraum der Stadelhofenpassage. Auf ihrem Weg treffen sie bereits am Bahnhof Stadelhofen auf Werbeplakate. Einige Reisende werden die Plakate bewusst wahrnehmen, andere unbewusst und andere wiederum überhaupt nicht.

Die Arbeit "Das Gerücht oder das Fehlen visueller Reize" lies die Betrachter etwas ratlos. Im Innenhof standen 7 schwarze Plakattafeln. Sie warben für nichts und zeigten nichts ausser eben schwarzer Flächen. Schwarz ist bekanntlich die Bezeichnung für eine Farb- und Helligkeitsempfindung, die beim Fehlen eines visuellen Reizes entsteht. Vielleicht hat man das Gerücht vernommen, das zum Innehalten aufforderte. Ein kurzes Stehenbleiben und berühren einer der Tafel hinterliess eine flüchtige, farbige Spur, die langsam wieder verschwand.

Die Tafeln sind mit einem Multicolor-Thermochrome-Lack beschichtet. Der Lack wurde von einer amerikanischen Firma entwickelt und gehört zu den teuersten Lacken weltweit. Die Produktion wurde nach kurzer Zeit eingestellt, da die Kosten zu hoch waren. Für das Projekt "Das Gerücht oder das Fehlen visueller Reize" wurde im Labor extra eine Charge nachproduziert.

Die zunächst schwarzen Oberflächen der Aluminiumtafeln reagierten sofort auf kleinste Veränderungen der Temperatur – wenn man beispielsweise die Hand auf die Fläche legte - indem sie verschiedene Farben annahmen.

Auf der Welt gibt es viele Objekte, die einem, wenn man sie berührt, Glück bringen sollen. Das kurze Ritual bringt zwar wahrscheinlich den wenigsten Glück, aber immerhin eine kleine Verschnaufpause in den rationalen Alltag. Zurück bleiben an den Stellen der unzähligen Berührungen ein polierter Glanz, welcher so lange bleibt, wie die Menschen an dieses Glück glauben.

Unter dem neuen Titel „Bleche voller Hoffnungen“ zeigen huber.huber die Bleche im musealen Kontext als minimale Skulptur und Tafelbild.
Der Lack funktioniert zwischenzeitlich nur noch sehr träge. Man sieht bloss noch die Spuren und Fingerabrücke jener Menschen, die kurz innegehalten und die schwarze Oberfläche berührt und gehofft haben, dass sie das Glück finden möge.

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